Astrologie in Wendezeit

 

 

Ein helles Licht auf die dunkle Finsternis

Die Jahrhunderteklipse aus der Sicht von Jens Ulrich Hauck

Wir haben nun das vielbeschworene Jahr 1999, das wirklich allerletzte vor dem Anbruch des neuen Jahrtausends. Für diese Zeit kursieren schon seit langem diverse Prophezeiungen extremer Natur. Viele Mitmenschen erahnen und spüren nun immer stärker kommende enorme Veränderungen auf der ganzen Welt. Doch wie werden sie genau aussehen? Auch hier haben wir - wie auch sonst auf unserem Planeten des freien Willens - die Wahl zwischen Katastrophenprophezeiungen, die uns seelisch nach unten ziehen oder der Beleuchtung der ungeahnten neuen Möglichkeiten, die sich aus jedem Übergang ergeben, bei dem etwas Neues auftaucht und automatisch viel Altes abstirbt.

Wenn wir ganz ehrlich zu uns selbst sind, stellen wir fest, daß das übertriebene Eintauchen in düstere Gedanken keinen großen Nutzen bringt &endash; im Gegenteil: Diffuse Ängste fangen an, uns zu lähmen und uns die Energie zu nehmen. Viele von uns spüren immer stärker, daß unsere heutigen Gedanken die persönliche Zukunft bestimmen. In diesem Sinne möchte ich dazu anregen, sich vielmehr mit den großartigen Möglichkeiten, die nur darauf warten, verwirklicht zu werden, zu beschäftigen. Daher lohnt sich sicherlich ein lichtvoller Blick in „die Sterne", auf die Symbolik der Planetenkonstellationen dieses Jahres und hier insbesondere auf die große Sonnenfinsternis vom 11. August, denn die Eklipsen haben bekanntlich mindestens für die nächsten 6-12 Monate eine große Bedeutung für die Erde. Am Herzen liegt mir die Beleuchtung der Chancen, die sich für den einzelnen durch die weltweiten Ereignisse eröffnen, welche in der sehr ungewöhnlichen Konstellation symbolisch verborgen liegen.

Sonnen- und Mondfinsternisse entstehen, wenn sich der für das Schicksal stehende Mondknoten, also der Bahnschnittpunkt zwischen Sonne und Mond, in der Nähe der zwei großen Lichter befindet. Der Mond schiebt sich genau so zwischen Sonne und Erde, daß ein Schatten auf die Erde geworfen wird. Bei den Urvölkern, die die Naturereignisse noch viel unmittelbarer erfuhren als die Menschen der heutigen Industriegesellschaften, galten Finsternisse seit jeher als Unglücksbringer. Einerseits wurden sehr tiefe, extreme Empfindungen ausgelöst, wenn die ernährende, Licht und Wärme spendende Sonne vom Mond verdeckt wurde, wenn eben womöglich eine richtige Dunkelheit eintrat, so daß sich sogar die Vögel in ihre Nester zurückzogen und auch andere Tiere ihre Schlafplätze aufsuchten. Selbstverständlich erkannten die Naturvölker &endash; zumindest über ihr Empfinden &endash; auch den symbolischen Hintergrund eines solchen Ereignisses: Eine vorübergehende Verdunkelung wurde als zeitweilige Problematik für alles Löwenhafte (die Sonne ist dem Löwen zugeordnet) und somit auch als Gefahr für die Regierenden betrachtet. Dabei war es schwierig in Erfahrung zu bringen, welcher Herrscher von einem ungünstigen Ereignis betroffen würde und welcher überhaupt nicht touchiert werden würde. In solchen Fällen konnten nun die Astrologen zu Rate gezogen werden. Heutzutage ist es Gott sei Dank nicht mehr unsere Aufgabe, Staatsoberhäuptern Unglücke vorauszusagen, sondern wir werfen lieber einen Blick auf die vielfältigen Möglichkeiten des Kollektivs oder Individuums.

Inzwischen hat sich die Astrologie, wie so vieles auf der Welt, durch höhere Erkenntnis weiterentwickelt und ist an einem Punkt angekommen, an dem der Schritt vollzogen werden kann von festlegenden Prognosen oder vom mental geprägten Ratschlag hin zur Verwendung der symbolisch abgesicherten Intuition im Einklang mit göttlicher Weisheit, mit Sichtbarmachung des Schicksalsweges und der vorrangigen Lebensaufgaben. Die vielfältigen Potentiale &endash; meist schlummernd &endash; werden beleuchtet und zeigen, daß beispielsweise ein geringes Selbstwertgefühl eigentlich gar nicht angebracht, jedoch in unserer bewertenden Gesellschaft vielfach vorzufinden ist. In einer intensiven Beratung wird im Idealfall beim Klienten, beim Kunden etwas zum Schwingen gebracht, es springt der Funke des inneren Erkennens über und kann einen Impuls geben, um das Leben teilweise oder gänzlich anders auszurichten hin zu mehr Liebe und Bewußtheit. Dies gelingt dann am besten, wenn jeder bereit ist, subjektive Urteile zurückzunehmen und sich immer mehr in das Empfinden des Einsseins mit allem einzuklinken. Es gilt zu erkennen, daß jeder aus seinen bisherigen Inkarnations- und Lebensprägungen heraus gehandelt hat, obwohl es für einen Außenstehenden zuerst einmal unverständlich erscheinen mag. Als Astrologe hat man die Verpflichtung, in der Beratung eigene Werturteile wegzulassen (indem man beispielsweise die Gleichberechtigung aller Tierkreiszeichen als selbstverständlich ansieht &endash; keines ist besser oder schlechter als ein anderes) und aus höherer Weisheit Zusammenhänge aufzuzeigen. Auf dieser Basis wollen wir nun die Konstellationen der großen Finsternis vom August des letzten Jahres in diesem Jahrhundert eingehender betrachten.

Aus großen Schwierigkeiten und Herausforderungen entstehen oft die besten Kreationen. Dies wissen alle, die ein Großes Kreuz in ihrem Geburtshoroskop besitzen. Große Kreuze sind „Arbeitskonstellationen" durch und durch, denn Spannungsaspekte fordern stets einen Ausgleich zwischen zwei sich widersprechenden Prinzipien. Es ist ein Ziehen und Zerren, bis man endlich versteht, die beiden Gegensätze gleichzeitig oder nacheinander auszuleben, denn verlässigt man kurz mal das eine, so meldet sich schon wieder das andere mit heftiger Vehemenz. Im Horoskop der Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 (die bekanntlich in Mitteleuropa sichtbar sein wird) finden wir ein solches Kreuz zwischen der Konjunktion von Sonne, Mond und Mondknoten im Quadrat zum Saturn im Quadrat zum Uranus, welcher wiederum im Quadrat zum Mars steht. Daraus ergeben sich logischerweise auch die dazugehörigen Oppositionen der jeweiligen Planeten (Sonne-Uranus und Mars-Saturn).

Überraschung, Kraft und Strukturauflösung

Ein Neumond stellt meist einen Neubeginn dar - sehr vieles geschieht aus dem Bauch heraus. Empfinden und Verwirklichen sind direkt miteinander verbunden &endash; Menschen mit dieser Konstellation drücken sofort und ohne Umschweife zu fast jeder Situation ihre Gefühle aus. Auch in unserem Finsternishoroskop kann dies geschehen aufgrund der unerwarteten Ereignisse, welche die Opposition zum Uranus anzeigt. Wie bereits oben angedeutet, finden wir auch eine gradgenaue Opposition zwischen Mars und Saturn. Hier geht es um das Ausbremsen von zu viel Energie, um das Stoppen von kämpferischen Egoismen. Am 10. Juli stand Mars in Oppositon zu Jupiter und ermöglichte ein impulsives, ungezähmtes Durchsetzen von Wünschen sofort, aus dem Hier und Jetzt. Dies wird nun zur Eklipse recht plötzlich beendet. Der Tag der Finsternis hat eine geballte Ladung an Feuerenergie in sich, die jedoch gleichzeitig mit ebensolcher Kraft angehalten wird. Durch die Venus-Neptun-Halbsumme kann die große Chance zu einer echten, auf höherer Weisheit ruhenden Bildung von Gemeinschaften genutzt werden. Hier treffen einerseits die Energien auf viel Widerstand, während andererseits diverse Auflösungserscheinungen in allen, materiellen und handfest greifbaren Dingen sichtbar werden - der Tag der Eklipse bietet tatsächlich die Möglichkeit, Schwerter in Pflugscharen zu verwandeln und wieder viel mehr Licht, Liebe und Harmonie walten zu lassen.

Spürt man nochmals genauer in die Opposition von Mars und Saturn und die gleichzeitig daraufliegende Venus-Neptun-Halbsumme hinein, staunt man immer mehr über die Außergewöhnlichkeit dieser Konstellation: Einerseits wird etwas gestoppt, während sich gleichzeitig das Bremsende im materiellen Sinne verflüchtigt. Vielleicht kann man es sich wie folgt klarmachen: Ein Eisklumpen bewegt sich auf eine Mauer zu &endash; bevor er auftrifft schmilzt er zu Wasser und wird gleich zu Dampf, während auch die Mauer nicht mehr sehr fest erscheint. Ja logisch &endash; mit Sonne-Uranus verändert sich alles ganz plötzlich! Nichts ist mehr so, wie es eben noch war. Überraschung hoch zehn!

Auf einer anderen Ebene können wir es wie folgt betrachten: Zielstrebiger Krafteinsatz richtet sich nach sehr hohem Liebesideal. Sanftmütige Helfer arbeiten für die Sicherheit und den Zusammenhalt, indem sie ihre Energie sehr genau steuern, als Beauftragte des Schicksals im Sinne höherer Ethik.

Das Trigon zwischen Venus und Jupiter ist (abgesehen von dem in Mitteleuropa auftretenden Sextil des Liebesplaneten zum Aszendenten sowie dem westlich von ca. 10 Grad östlicher Länge auftretenden Trigon von Pluto/Lilith zum MC) der einzige wirklich harmonische Aspekt dieser ganz besonderen Planetenkonstellation, über die die Astrologen sicherlich noch in vielen hundert Jahren vor ihren Schülern sprechen werden. Allerdings wird das Trigon am Finsternistag bereits wieder schwächer, die stärkste Wirkung hatte es am 5. 8. So ist folglich die erste Hälfte des August eine gute Zeit, um nette Freundschaften zu schließen. Jetzt können wir den Zusammenhalt stärken (Jupiter im Stier verstärkt diese Symbolik), gerade weil es Probleme mit bisherigen Sicherheiten geben dürfte (gleichzeitig Saturn im Stier). Die Ereignisse, die an den Tagen um den 11. August herum geschehen, ermöglichen also eine Umkehr weg vom überall verdeckt oder deutlich sichtbaren materiellen Ego hin zum liebevollen Miteinander, stets bereit zum Helfen und zum Teilen des Vorhandenen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch für Zeitgenossen, die sich nicht sehr intensiv mit der Astrologie beschäftigt haben, in Erinnerung rufen, daß die Genauigkeit einer Planetenkonstellation nicht automatisch am selben Tag alle dazugehörenden Ereignisse geschehen läßt. Vielmehr passieren die Dinge auch an den Tagen vor und nach den entsprechenden Aspektgenauigkeiten. Beispielsweise ist das T-Kreuz zwischen Sonne, Mars und Uranus bereits am 7. August gradgenau, während der sich Saturn erst in den Tagen danach eindeutig bemerkbar macht (z. B. Sonne Quadrat Saturn am 9.8.). So können wir die ersten überraschenden Geschehnisse bereits um den ersten Augustsamstag herum erwarten.

Nie dagewesene Wunder geschehen

Wenn Mauern bröseln und alte Energien sich auflösen, wird mit Sonne-Uranus der Weg frei für das absolut Neue, noch nie dagewesene, das völlig Unerwartete. Das Plötzliche kann problematisch oder befreiend wirken. Auch hier wird es wieder darauf ankommen, wie stark der Einzelne aufs Alte fixiert ist. Ja, wie kann denn das noch nie Dagewesene aussehen? Lassen wir doch einfach unserer Phantasie freien Lauf. (Sie hat doch in den vergangenen Jahren bei vielen Mitmenschen, die in ihrer aufs Rationale ausgerichteten Arbeit eingespannt waren, höchstens noch ein Schattendasein führen dürfen.) Aber jetzt ist der Weg frei, damit wir uns mit emotionaler Gedankenkraft eine Zukunft in Liebe, Freude und Leichtigkeit schaffen können. Mit der Halbsumme von Venus/Neptun auf der Mars-Saturn-Opposition können ganz wundersame Dinge geschehen. Vorstellbar wäre hier u. a. die Beeinflussung der Materie durch die Magie der Gedanken &endash; es können Gegenstände wie von unsichtbarer Hand verschwinden und wieder auftauchen. Dies bestätigt sich über die T-Kreuz-Verbindung von Merkur, Jupiter und Neptun. Auf diese Weise wird es möglich, durch die Aktion von Menschen oder anderen Wesen allzu katastrophale Ereignisse aufzuhalten oder so umzuwandeln, daß spätere schädliche Wirkungen abgedämpft oder sogar ausgeschlossen werden können. Manche Menschen, für die „Wunder" nichts Ungewöhnliches sind, beeinflussen die Materie durch verborgene Kräfte.

Die Phantasterei und Realisierung von unglaublichen Dingen allein durch Gedanken kann - bewußt forciert -die verrücktesten Veränderungen in der Materie hervorrufen. Sogar der geistige Zugang zu anderen Sphären, zu Parallelwelten und existierenden multiplen Dimensionen dürfte nun für viele Menschen, die in sich gefestigt und gleichzeitig offen sind, zur Realität werden.

Eine Toröffnung

Was passiert, wenn unerwartet alte Mauern und Blockaden verschwinden, wenn neue Klarheit entsteht, wenn wir einen grandiosen Blick werfen dürfen1 auf das von höchster Nächstenliebe geprägte Licht des neuen Jahrtausends? Es ist wie eine Toröffnung zu einem völlig veränderten Bewußtsein, zu Wahrheiten, die uns bis dato wie ein Buch mit sieben Siegeln verschlossen blieben. Unsere Weltbilder werden grundlegend transformiert und von ganz neuen Erkenntnissen gespickt sein, welche wenigen Zeitgenossen bisher nur auf medialem Wege zugänglich waren. Mit vergrößertem Bewußtsein verändern sich auch automatisch die Möglichkeiten im alltäglichen Leben - es ist wirklich ein Grund für einen Tanz der Freude, für Ekstase - wir können die ganze Welt umarmen.

Herkömmliche Sicherheiten dürften sowieso in den Tagen um die Finsternis auf der Erde eher selten anzutreffen sein, deshalb gilt es nun verstärkt nach innen zu horchen, statt den Halt im Außen zu suchen, denn dort draußen gerät einiges durcheinander, manches fließt davon und findet sich erst im Nirwana wieder. Meine Empfehlung wäre, das In-Sich-Zentriert-Sein zu üben und gedanklich sowie gefühlsmäßig von festen Strukturen loszulassen. Wenn wir unbeschwert und freudig im Hier und Jetzt sind, hören wir auf das innere Kind, das das Leben als ein echtes Abenteuer sieht und die Abwechslung liebt. Einige unbekümmerte, innerlich stabile Zeitgenossen, die dementsprechend Veränderungen freudig herbeisehnen, werden womöglich eine Art Ekstase erleben, während andere wiederum eher ängstlich sind. So zeigt uns die Konjunktion von Lilith und Pluto (genau am 13. August), daß jetzt die Möglichkeit gegeben ist, sich mit Themen auseinanderzusetzen, bei denen man bisher lieber wegschauen wollte. So kann man eine enorme emotionale Stärke aufbauen, die einem im zukünftigen Leben viel innere Stabilität geben wird.

Durch Uranus suchen sich alte Muster, verkrustete Strukturen einen Weg in die Freiheit. Es besteht die Möglichkeit, Seelenenergien, die steckengeblieben sind, den Pfad zum Licht zu weisen. Bisher als unüberwindlich angesehene Mauern können überwunden werden - plötzlich bröseln die Steine und der Lichtstrahl des goldenen Morgens fällt in alte, verstaubte Räume. Zum ersten Mal können wir jetzt erspüren, wie wunderbar das Leben sein könnte, stets im Einklang mit dem göttlichen Willen, in Harmonie mit dem gesamten Universum und allen Wesen.

Ich glaube, daß wir alles Glück und Leid in unseren Leben irgendwann durch emotionale Gedanken einmal selbst erschaffen haben - erinnern wir uns in diesem Zusammenhang nur an die Lehre vom Karma. Unser Denken von heute bestimmt unser Morgen, unser gestriges Handeln hat unser Heute kreiert. Haben wir negativ gedacht und anderen Mißmut gewünscht, so hat sich dies wohl auf unsere aktuelle Lebensphase ausgewirkt. Waren wir jedoch bereit, den Mitmenschen mit Freude, Liebe und Großzügigkeit zu begegnen, so kommt dies tausendfach wieder zu uns zurück. Welche Leichtigkeit, welche Lebensfreude, welche Klarheit, welche Göttlichkeit und höchste Weisheit können wir morgen erleben, wenn wir sie heute auf unsere Mitmenschen, auf unsere Umgebung und alle anderen Wesenheiten ausstrahlen. Dies bedarf eines aktiv veränderten Denkens und Handelns, weg vom Anklagenden, Nörgelnden hin zum Lobenden, Liebenden und unkonventionell Lebenden (Uranus im Wassermann). Uranus befindet sich auf knapp 15 Grad Wassermann, ein von Sonne-Uranus-Symbolik nur so strotzender Grad und zeigt hier ein ungeheures Freiheitspotential an, das bewußt genutzt werden will, um nicht das Schicksal des Ikarus zu erleiden2. Das heißt es muß nun nach höchsten Maßstäben der göttlichen Gesetze gehandelt werden, also eine Struktur, eine handfeste Ordnung und Klarheit ins Handeln integriert worden sein, die jeden Egoismus, jeden subjektiven Gedanken ausschließt und sich einzig und alleine dem göttlichen Willen unterwirft. Jede Abweichung davon bedeutet jetzt fast eine unnötige Gefahr. Toleranz statt Revolution ist angesagt. Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander in einer neuen Zeit ist die innere Erkenntnis bei jedem einzelnen unserer Gesellschaft, daß jeder Mensch eine ganz individuelle, eine ureigene Lebensaufgabe hat, die es zu bewältigen gilt unabhängig von der Meinung der anderen. Sobald wir anfangen zu verurteilen, müssen wir uns fragen, ob wir nicht genaugenommen unser Ideal dem anderen überstülpen und damit unbemerkt auf die Schiene des Ego geraten und uns somit von der vor 2000 Jahren gepredigten Nächstenliebe des Jesus Christus entfernen.

Auch der Neumond im Quadrat zu Saturn weist auf die Verpflichtung zu klaren Strukturen hin. Feste Ziele müssen vorgegeben sein, um aktiv zu werden und mit viel Kraft zu handeln. Mars wird also - wie weiter oben erwähnt &endash; gradgenau von der Halbsumme Venus/Neptun sanft zur Umkehr bewegt. Die Energie, die unbändige, zielstrebige (Saturn in der Oppositionshalbsumme von Venus/ Neptun) kann nicht voll zum Ausdruck kommen und ist sehr geschwächt. Am leichtesten dürften nun Wünsche verwirklicht werden, die im Einklang mit dem gemeinschaftlichen Empfinden, mit sozialen Fragen und sanftmütigen Freundschaften stehen. Jetzt ist die Zeit für Gruppen günstig, die ein gegenseitiges, aus dem tiefsten Herzen erspürtes Verständnis für die ganze Menschheit auf ihren Banner geschrieben haben und für Ideale voller höherer Weisheit einstehen, ohne im geringsten Maße auf Äußeres oder vorhandene sichtbare Werte zu achten.

Es bleibt also jedem selbst überlassen, wie er mit den Geschehnissen im August umgehen möchte, sei es nun auf der Ebene der Gedanken oder der Gefühle. Natürlich hängt vieles von unseren bisherigen Prägungen ab. Aber es besteht die große Chance, alles zu verändern, zu mehr Bewußtheit im Handeln zu kommen und trotz der Ereignisse im Außen den Zugang zum inneren Licht, das in jedem von uns hell oder dämmerig leuchtet, zum Höheren Selbst und somit zu unserer eigenen Göttlichkeit zu verstärken. Daher wäre mein Vorschlag, am Morgen des 11.8., der auch schon als der Erdheilungstag proklamiert wurde, eine weltweite Lichtkraftmeditation für die gegenseitige Stärkung der Energien zu veranstalten. Dies kann in Gruppen oder für sich alleine geschehen.

1 Wir müssen nun nicht auf die traurigen, zerfallenen Mauerteile blicken, außer uns gefällt das Festhalten besser.

2 Michael Roscher: Kritische Grade in der Prognose, Nürnberg 1993

Anschrift des Autors: Jens-Ulrich Hauck, Schrobenhausener Str. 30, D-80686 München. E-Mail: 114532.510@compuserve.com

Wendezeit

http://www.sonnemondundsterne.de

 

Wassermann-Zeitalter Nr. 2/99

Beruf und Berufung

Mara Algethi

In unseren Beiträgen über die Rolle der Marsposition bei der Suche nach dem „richtigen" Beruf stellte sich auch die Frage, was eigentlich "Erfolg" für uns bedeutet. Ganz sicher verbinden wir mit diesem Begriff höchst unterschiedliche Vorstellungen, denn für manche ist der Erfolg eng mit materiellem Wohlstand gekoppelt, für andere liegt ein erfolgreiches Leben in der freien Gestaltung und wieder andere fühlen sich in ihrer Arbeit erfolgreich, wenn sie anderen helfen konnten, wenn sie in einem Team ihre Ideen einbringen konnten oder wenn sie es wieder einmal geschafft haben, pünktlich zu sein &endash; wir sehen, es hängt alles davon ab, in welcher persönlichen Situation sich jemand befindet und natürlich mit welchen anlagen und Wünschen er ausgestattet ist. Jemand, der einem Team seine Ideen nahegebracht hat und diese Ideen nun innerhalb einer Gruppe verwirklichen soll, obwohl er eigentlich ein Einzelgänger ist, wird nicht das Gefühl des Erfolges entwickeln können wie ein anderer, der nun gerade aufgrund seiner Beschaffenheit der ideale Teamarbeiter ist.

Es gilt also erst einmal herauszufinden, wo die eigenen Vorlieben liegen, welche Arbeit man am liebsten tut, wie man sie am liebsten tut und wo und mit wem. Am besten schreiben Sie erst einmal auf, welche Arbeit Sie am liebsten tun. Wenn Sie bisher am Computer gearbeitet haben, aber lieber Bilder malen würden, dann schreiben sie dies auch auf, selbst wenn es Ihnen momentan unwahrscheinlich erscheint, dorthin zu gelangen. Und versuchen sie, möglichst drei Dinge zu finden, die Sie am liebsten tun. Das ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört. Erfahrungsgemäß können wir viel eher sagen, was wir nicht wollen, als das zu formulieren, was wir wollen. Wenn Sie diese drei Dinge gefunden haben, fragen Sie sich noch einmal, lieben Sie sie wirklich? Oder glauben Sie, dazu verpflichtet zu sein, um ein guter Mensch zu sein und anderen zu gefallen? Dann würde der Erfolg ausbleiben. Und jetzt kommt der nächste Schritt auf Ihrem persönlichen Erfolgsweg: befassen Sie sich mit Ihrem Arbeitsstil.

Wenn Sie Ihren Arbeitsstil nicht genau definieren können, bietet Ihnen die Astrologie eine wertvolle Hilfe. Sie müssen nur die Position des Mars in Ihrem Geburtshoroskop betrachten, wie wir es bereits in Wassermann-Zeitalter 2 und 3 von 1998 beschrieben haben.

Um es noch einmal ins Gedächtnis zu rufen:

Befindet sich Ihr Mars in einem festen Zeichen (Stier, Skorpion, Wassermann, Löwe), dann gehören Sie in Ihrer Arbeitsweise zu den „dominanten Einzelgängern". Das heißt, Sie arbeiten gern allein, Sie schätzen es, Verantwortung zu tragen und möchten die Übersicht behalten. Sie fühlen sich am wohlsten in Führungspositionen oder als Selbständiger.

Finden Sie Ihren Mars in einem kardinalen Zeichen (Widder, Krebs, Waage, Steinbock), können Sie sich zu den Teamarbeitern zählen. Das mag gerade bei Widder, und Steinbock für manche nicht ganz einleuchtend sein, doch sind Teamarbeiter Menschen, die Gruppendynamik und Wettbewerb schätzen. Sie fühlen sich wohl in einem Management, wo Sie andere Menschen bewegen können, wo Sie auch erkennen können, daß Sie etwas bewirken, daß Sie Einfluß ausüben und in Verbindung mit anderen Menschen vorankommen können.

Steht Ihr Mars in einem veränderlichen Zeichen (Zwillinge, Jungfrau, Schütze, Fische), gehören Sie zu den Freigeistern oder Arbeitsbienen. Als Freigeist haben Sie gern andere Menschen um sich, lieben aber nicht den Konkurrenzdruck, den direkten Wettbewerb beziehungsweise die Gruppeninteraktionen. Sie möchten unabhängig arbeiten, im Gegensatz aber zu den dominanten Einzelgängern nicht zuviel Verantwortung übernehmen. Freigeister geben wunderbare Verbindungsleute ab, freischaffende Arbeiter, Verkäufer oder Künstler.

Wenn Sie eine Arbeitsbiene sind, lieben Sie ebenfalls eine unabhängige Arbeit, jedoch vor allem in helfenden Berufen, die Ihnen auch eine gewisse Routine erlauben und Stabilität vermitteln.

Wenn Sie nun Ihren ganz persönlichen Arbeitsstil herausgefunden haben, so bleibt noch das Gebiet zu finden, das Sie am meisten interessiert. Denn der Arbeitsstil an sich beziehungsweise das, was Sie am liebsten tun, sagt noch nichts über Ihr spezielles Interessengebiet aus. Wenn Sie z.B. gerne schreiben, können Sie als Journalist über das Tagesgeschehen berichten oder über kulturelle Ereignisse oder über wissenschaftlichen Fortschritt oder über das Wirtschaftswachstum &endash; bei allem stünde das Schreiben im Vordergrund, nur das Interessengebiet wäre ein anderes; oder Sie würden lieber als Schriftsteller arbeiten, und hier müßten Sie wieder genau Ihr persönliches Interessengebiet finden, um in unserem Sinne „Erfolg" zu haben. Ob Sie also Krimis schreiben, Biographien, geschichtliche Dramen, reine Fantasie, Romane &endash; immer steht das Schreiben als die von Ihnen geliebte Tätigkeit im Vordergrund (nach der Sie ja schon gesucht hatten). Dazu kommt dann die Berücksichtigung Ihrer Marsposition, die Ihnen dabei hilft zu entscheiden, ob Sie innerhalb eines Teams oder im Alleingang schreiben möchten. Das individuelle Interessengebiet können Sie zwar auch mit Hilfe der Marsstellung beleuchten, doch genügt dies allein noch nicht; Sie müssen auch noch Ihre Sonnenstellung als Beraterin hinzuziehen, wobei allerdings hier ebenfalls die Zuordnung zu den drei Kreuzen (fest, kardinal oder veränderlich) weiterführen kann. Die Sonnenstellung in Verbindung mit Ihrer Marsposition kann dann schon recht deutliche Hinweise auf die bevorzugte Richtung geben.

Abschließend möchte ich betonen, daß diese Betrachtungsweise mit der Beschränkung auf die Mars- und Sonnenpositionen sicher sehr wertvoll ist und schnell zu sehr brauchbaren Ergebnissen führt, daß aber eine tiefergehende Analyse mit Berücksichtigung des Berufsfeldes (10. Feld), des MC (= medium coeli &endash; Himmelsmitte = Punkt der Berufung), dem 6. Feld (dem Bereich der Arbeit und Pflichterfüllung) und dem 2. Feld (den Mitteln, mit denen wir arbeiten) und vor allem auch der gesamten Gestirnsverteilung den Aspekten selbstverständlich noch weitaus differenzierter Aufschluß geben kann. Ganz sicher können Sie aber Ihren Erfolg auch im Beruf nur dann wirklich erreichen, wenn Sie das tun, was Ihrem innersten Wesen entspricht, denn dann tun Sie es auch gerne und folglich auch gut.

Betrachten wir das Wort Beruf, so hat es eine Verbindung zum lateinischen Wort „professio", was soviel bedeutet wie „ein Gelübde ablegen".

Berufung kommt vom lateinischen „(pro)vocatio" und meint eine von höherer Stelle (Gott) aus ernannte Funktion im Leben. Es geht sozusagen darum, „dem Ruf" zu folgen. Und weiter sind „Beruf" und „Berufung" als Synonyme für „Lebensweg" zu betrachten, und das ist etwas, auf dem wir immer waren und immer sind. Und so kommen wir zu dem Schluß, den Ben Sweetland folgendermaßen formulierte: Erfolg ist eine Reise und kein Ziel.

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